Diversifikation ist das einzige „Free Lunch" an den Kapitalmärkten — heißt es. Stimmt das? Ja. Aber nur, wenn man sie richtig versteht: als Schutz vor dem Einzelfall, nicht vor dem Markt.
Ein Depot mit vierzig Aktien aus einer Branche ist nicht diversifiziert. Ein Depot mit einem einzigen weltweiten ETF schon eher. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Positionen, sondern wie unabhängig ihre Risiken voneinander sind.
Streuung schützt zuverlässig vor dem Ausfall eines einzelnen Unternehmens. Sie schützt nicht vor einem breiten Marktrückgang: Wenn die Weltbörsen 20 Prozent fallen, fällt auch das breiteste Aktiendepot. Dafür braucht es eine zweite Ebene — Anlageklassen, die anderen Gesetzen folgen.
Gute Diversifikation erkennt man nicht in guten Jahren — sondern daran, dass man in schlechten Jahren ruhig schlafen kann.
Unsere Faustregel für die Aufteilung: Geld, das Sie in den nächsten drei Jahren brauchen, gehört in Einlagen. Geld mit einem Horizont von drei bis sieben Jahren in Anleihen. Erst was länger liegen darf, gehört an den Aktienmarkt — dort aber breit gestreut und gebührenarm.